Schwarzstaub - Magic Dust

Seit ca. 10 Jahren beschäftigen sich Analyselabore und Sachverständige mit dem Phänomen spontan auftretenden Schwärzung an Wänden, Glas- und anderen Oberflächen in Innenräumen. Wohnungen können innerhalb von wenigen Tagen so stark geschwärzt sein, das aus Verdacht auf Schwelbrände schon Feuerwehren geholt worden sind. Da in vergleichbaren Wohneinheiten oft nur einzelne Wohnungen betroffen sind, spricht man in der Literatur von "Magic Dust", "Gosting", "Black Sood Deposite" und "Fogging". Die Ursachen dieses Phänomens sind bis heute nicht vollständig geklärt, es sind aber einige der begünstigenden bzw. auslösenden Faktoren bekannt.

Die schwarzen Ablagerungen treten bevorzugt nach Modernisierungen und Renovierungen bzw. in Neubauten und vorwiegend während der Heizperiode auf. Sie bilden sich über Wärmequellen wie Heizkörpern, Lampen oder Netzgeräten als typisch dunklen Fahnen aus. Im Bereich von Wärmebrücken sind die Abscheidungen besonders hoch, in Winkeln, wo die Luftbewegung gegen Null geht, dagegen eher gering. Es können aber auch andere Oberflächen wie Vorhänge, Teppichböden, Sitzmöbel oder Kunststoffoberflächen an Fenstern, Möbeln und Kühlschränken betroffen sein.

Bei den chemischen Untersuchungen können Luftuntersuchungen auf SVOV (Semi Volatile Organic Compounds - schwerflüchtige organische Verbindungen) gemacht werden, die aber relativ aufwendig sind. Eine bewährte Methode sind Wischproben mit vorgereinigten Papiertüchern an glatten Oberflächen, um erste Informationen über die Inhaltstoffe des schwarzen Films zu bekommen. Alternativ können die Ablagerungen auch auf adhäsive Klebestreifen (z.B. Tesafilm) übertragen werden. Materialproben von Tapeten oder Teppichen werden dann genommen, wenn die Wischproben Hinweise auf schwerflüchtige Inhaltsstoffe geben.

Die Ursachen für das Auftreten dieser Verfärbungen sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Obwohl Analyselabore in den letzten Jahren eine Vielzahl von Proben auf SVOC analysiert haben, gelang es nicht Substanzen oder Substanzgruppen zu benennen, die Auslöser der Schwarzfärbungen sind. Ein alternatives Erklärungsmodell ist, das die Schwarzfärbungen mit der Abscheidung sehr kleiner Partikel durch Thermophorese (gerichtete Partikelbewegung in Richtung eines Temperaturunterschiedes) begründet wird.

Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Homepage unserer Mitglieder ALAB in Berlin unter der Rubrik "Fachinfos" und ARGUK in Oberursel. Das Umweltbundesamt in Berlin informiert mit einer Broschüre "Attacke des schwarzen Staubes", die im PDF-Format: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2276.pdf heruntergeladen werden kann.

© AGÖF / Verfasserin: Marlies Ante-Traupe, E-Mail: agoef@t-online.de, Stand: November 2004

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