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    AGÖF Positionspapier Asbest veröffentlicht

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    Das AGÖF Positionspapier Asbest steht als kostenloser PDF-Download zur Verfügung
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    Der Kongressreader des 11. AGÖF-Fachkongresses vom 17. - 18. 11. 2016 in Hallstadt bei Bamberg kann ab sofort bestellt werden
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Insektizide - Insektenbekämpfung- und Mottenschutzmittel


Foto WarnschildBei den Insektiziden ist zu unterscheiden zwischen aktuellen Wirkstoffe und den mittlerweile weltweit geächteten chlororganischen Wirkstoffen wie DDT oder Dieldrin, die überwiegend nur noch ein Altlastenproblem sind. Expositionssituationen mit diesen Substanzen sind vor allem aus ehemals von amerikanischen Streitkräften genutzten Gebäuden bekannt. Darüber hinaus können Importartikel aus der dritten Welt wie Teppiche etc. noch immer mit diesen Mitteln behandelt und kontaminiert sein.

Aktuelle Wirkstoffe sind die in den 80er Jahren als "natürliche" Wirkstoffe eingeführten und umworbenen Pyrethrine und Pyrethroide. Während Pyrethrine wie Pyrethrum, ein natürlicher Wirkstoff, der aus Chrysanthemenblüten extrahiert wird, auch im Innenraum einem relativ schnellen Abbau unterliegen, führt ein Einsatz synthetischer Pyrethroide wie Permethrin oder Deltamethrin hier zu jahrelang anhaltenden Belastungen. Als Wirkungsverstärker für Pyrethroide wird bei insektenbekämpfenden Mitteln in der Regel Piperonylbutoxid eingesetzt, dass den Abbau der Pyrethroide im Körper hemmt.1

Eine chronische Pyrethroidbelastung kann das Nervensystem schädigen. Bekannte Symptome sind Parästhesien, Hautbrennen, Juckreiz, Taubheitsgefühl, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Abgeschlagenheit, depressive Zustände oder eine Überempfindlichkeit der Atemwege. Es wird auch berichtet, dass Hautkontakt mit diesen Verbindungen zu allergischen Reaktionen führen kann. Es gibt Hinweise darauf, dass für schlecht eingestellte Diabetiker ein erhöhtes Risiko besteht, eine pyrethroid-bedingte Symptomatik zu entwickeln.

Weitere aktuell eingesetzte Wirkstoffe sind Propoxur oder Chlorpyrifos, die als Insektizid in Sprays und Köderdosen eingesetzt werden. 2/3 Der Einsatz dieser Organophosphate wird mit dem Auftreten von neuropsychologischen Verhaltensschäden in Zusammenhang gebracht.4

Seit den 80er Jahren wird insbesondere das Pyrethroid Permethrin als Mottenschutzmittel für textile Bodenbeläge aus Wolle verwendet. Während die Teppichindustrie davon ausgeht, dass das Permethrin an die Teppichfasern fest gebunden ist, treten im Hausstaub von Gebäuden, in denen behandelte Teppiche verlegt sind, deutlich erhöhte Gehalte auf. Das ehemalige Bundesgesundheitsamt hat einen Richtwert von 1 mg Pyrethroide/ kg Hausstaub benannt. Dieser Wert sollte aus Vorsorgegründen nach Anwendung solcher Mittel in Innenräumen nicht überschritten werden.


Fussnoten:

1Verein für Umwelt- und Arbeitsschutz u. Bremer Umweltinstitut (Hrsg.) Pyrethroide, Pestizide in Innenräumen, Eigenverlag, Bremen 1995.
2J. Dullin, B. Neukirchen und Sandra Liedtke: Produktinformationen von Endverbraucherprodukten zur Schädlingsabwehr und -bekämpfung - Ergebnisse eines Marktchecks, in: Umwelt, Gebäude & Gesundheit, Hrsg. Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute (AGÖF), Springe-Eldagsen 2001.
3N. Weis u. P. Stolz: Belastung durch Dichlorvos-Insektenstrips - Herleitung eines Orientierungswertes für die Innenraumluft, in: Gebäudestandard 2000: Energie & Raumluftqualität, Hrsg. Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute (AGÖF), Springe-Eldagsen 1998.
4K. Kilburn: Innenraumanwendung von Organophosphaten und neuropsycholische Verhaltensschäden in: umwelt medizin gesellschaft 14 2/2001.

© AGÖF / Verfasser: Jörg Thumulla / AnBUS / Internet: www.anbus.de,
Stand: Juli 2003