• Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute - AGÖF

    Umwelt schonen und Schadstoffe minimieren

    Menschen brauchen eine gesunde Umgebung

    Zum Wohnen & Arbeiten

    Zum Leben & Wohlfühlen

     

  • Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute - AGÖF

    AGÖF-Fachtreffen

    CGÖF-Fachgruppe, die AGÖF-JHV 2018 und AGÖF - Geruchstest

    Datum:
    Das Frühjahrstreffen der CGÖF-Fachgruppe, die AGÖF-JHV 2018 und ein AGÖF - Geruchstest finden vom 19. - 20. 04. 2018 im Brauhaus Wiesenmühle in Fulda...
    weiterlesen  
  • Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute - AGÖF

    AGÖF-Fachtreffen

    CGÖF-Fachgruppentreffen und Laborvergleichsmessung VOC

    Datum:
    Das Herbstreffe der CGÖF-Fachgruppe 2017 und die 9. AGÖF - Laborvergleichsmessung "Flüchtige organische Verbindungen (VOC) im Innenraum" finden vom...
    weiterlesen  
  • Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute - AGÖF

    11. AGÖF-Fachkongresses 2016

    Kongressreader bestellbar

    Datum:
    Der Kongressreader des 11. AGÖF-Fachkongresses vom 17. - 18. 11. 2016 in Hallstadt bei Bamberg kann ab sofort bestellt werden
    weiterlesen  
  • Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute - AGÖF

    AGÖF Forschungsprojekt

    Abschlussbericht veröffentlicht

    Datum:
    Der Abschlussbericht des AGÖF-Forschungsprojekts steht als kostenloser PDF-Download zur Verfügung
    weiterlesen  

Schwarzstaub - Fogging - Magic Dust


Seit Mitte der 90iger Jahre beschäftigen sich Analyselabore und Sachverständige mit dem Phänomen spontan auftretenden Schwärzung an Wänden, Glas- und anderen Oberflächen in Innenräumen. Wohnungen können innerhalb von wenigen Tagen so stark geschwärzt sein, das aus Verdacht auf Schwelbrände schon Feuerwehren geholt worden sind. Da in vergleichbaren Wohneinheiten oft nur einzelne Wohnungen betroffen sind, spricht man in der Literatur von "Magic Dust", "Fogging", "Black Sood Deposite" und "Gosting". Die Ursachen dieses Phänomens sind bis heute nicht vollständig geklärt, es sind aber einige der begünstigenden bzw. auslösenden Faktoren bekannt.

Die schwarzen Ablagerungen treten bevorzugt nach Modernisierungen und Renovierungen bzw. in Neubauten und vorwiegend während der Heizperiode auf. Sie bilden sich über Wärmequellen wie Heizkörpern, Lampen oder Netzgeräten als typisch dunklen Fahnen aus. Im Bereich von Wärmebrücken sind die Abscheidungen besonders hoch, in Winkeln, wo die Luftbewegung gegen Null geht, dagegen eher gering. Es können aber auch andere Oberflächen wie Vorhänge, Teppichböden, Sitzmöbel oder Kunststoffoberflächen an Fenstern, Möbeln und Kühlschränken betroffen sein. Auch in Schränken gelagerte Gegenstände können etwas abbekommen, wie z.B. auch dort gelagerten Lebensmittel. In Einzelfällen haben Bewohner davon berichtet, dass eine "Schmiere" die Haare schwarz färbe.

Da die ersten Fogging-Fälle in Verbindung mit der Einführung von umweltfreundlichen Produkten auftraten, wurde lange vermutet, dass der Ersatz der früher gebräuchlichen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC)in Tapeten, Farben, Lacken, Klebern oder Kunststoffböden durch schwerflüchtige organische Verbindungen in Wand- und Bodenmaterialien (SVOC) die Ursache sei. Man vermutete, dass sich die SVOC aus Baustoffen, hierbei insbesondere Weichmacherverbindungen aus der Gruppe der Phthalate, mit Staubteilchen aus der Luft verbinden.

Zur chemischen Untersuchungen dieser SVOC (Semi Volatile Organic Compounds - schwerflüchtige organische Verbindungen) werden Luftuntersuchungen gemacht, die aber relativ aufwendig sind. Eine andere bewährte Methode sind Wischproben mit vorgereinigten Papiertüchern an glatten Oberflächen, um erste Informationen über die Inhaltstoffe des schwarzen Films zu bekommen. Alternativ können die Ablagerungen auch auf adhäsive Klebestreifen z.B. Tesafilm) übertragen werden. Materialproben von Tapeten oder Teppichen werden dann genommen, wenn die Wischproben Hinweise auf schwerflüchtige Inhaltsstoffe geben.

Obwohl Analyselabore in den letzten Jahren eine Vielzahl von Proben auf SVOC analysiert haben, gelang es nicht Substanzen oder Substanzgruppen zu benennen, die Auslöser der Schwarzfärbungen sind. Die SVOC-Hypothese und speziell die Fokussierung auf die Weichmacherdiskussion wird angesichts neuer Daten aus Feld- und Laborversuchen in Frage gestellt. So sind bereits häufig Phthalatverbindungen in den Materialien mit SVOC reduziert worden. Außerdem hat es bereits mehrfach trotz eines kompletten Austausches dieser Verbindungen in Wohnräumen im darauf folgenden Winter erneut Verfärbungen gegeben.

Auch ein alternatives Erklärungsmodell ist, das die Schwarzfärbungen mit der Abscheidung sehr kleiner Partikel durch Thermophorese (gerichtete Partikelbewegung in Richtung eines Temperaturunterschiedes) begründet, konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Man kann aber mittlerweile sagen, dass der Verbraucher durch bestimmte Verhaltensweisen das Fogging beeinflussen bzw. verhindern kann. Dazu gehört, dass in der Heizperiode weniger bis gar nicht Zigaretten geraucht bzw. Kerzen und Räucherstäbchen abgebrannt werden. Ebenso ist es hilfreich, für das Löschen von Kerzen und Teelichtern ein Löschhütchen zu benutzten, da dadurch erheblich weniger sehr feine Partikel und Paraffin-Emissionen freigesetzt werden. Die Zimmer sollten gleichmäßig warm geheizt werden und Renovierungen nicht während der Heizperiode, sondern im Frühjahr und Sommer durchgeführt werden, da die Lösungsmittel in Baumaterialien nach der Renovierung noch einige Zeit ausdünsten.

Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Homepage unserer Mitglieder ALAB in Berlin und ARGUK in Oberursel. Das Umweltbundesamt in Berlin informiert mit einer Broschüre "Attacke des schwarzen Staubes", die im PDF-Format: http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ratgeber-attacke-des-schwarzen-staubes heruntergeladen werden kann.ch Deutschland" zusammengestellt, dass über hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bestellt werden kann.

© AGÖF / Verfasserin: Marlies Ante, E-Mail: info@agoef.de, Stand: 24.07.2013